Logistikimmobilien-Nutzung nur durch einen Mietvertrag?

Für die Nutzung einer fremden Logistikimmobilie ist der Mietvertrag – nach wie vor – der geläufigste. Dies ist auch wegen der zahlreichen Vorlagen, meist in Form von AGB, auch der einfachste Weg, einen Vertrag zu erhalten – aber nicht immer der günstigste. Der Logistikimmobilien-Mietvertrag sollte vielmehr individuell an die jeweilige Partei- und Sachlage angepasst werden.

Beispiele:

  1. Der Umfang Ihres Logistikprojekts ist noch unklar oder Sie planen bereits Aufwuchsmöglichkeiten.

Wichtig wäre in diesem Fall, dass im Mietvertrag die Möglichkeit vorgesehen wird, Flächenanpassungen bei Änderungen der Auftragslage vorzunehmen.

 

  1. In der Logistikhalle werden neue Logistikanalgen benötigt.

In diesem Fall kann der Investitionsaufwand durch individuelle Regelungen zwischen Auftraggeber (als Vermieter) und Dienstleister (als Mieter) verteilt werden.

In jedem Falle sollte ein besonderes Augenmerk auf dem Schriftformerfordernis liegen.  Denn die Nichteinhaltung des Schriftformerfordernisses kann zu kürzeren Kündigungsfristen führen.

Je nach Einzelfall kommen jedoch auch andere Vertragsformen als der Logistikimmobilien-Mietvertrag in Betracht:

Ist eine günstige Grundstückslage gegeben, kann etwa der Abschluss eines langjährigen Erbbaurechtsvertrags empfehlenswert sein. Vor allem dann, wenn der Logistiker als Mieter bereit ist, Investitionen in eine Immobilie zu tätigen, ohne auch das Grundstück erwerben zu wollen.

In Betracht käme auch eine mietzinsfreie Nutzungsgewährung, wenn der Auftraggeber Eigentümer der Logistik-Immobilien ist und diese im Rahmen eines Outsourcings an seinen Logistik-Dienstleister überlässt. In diesem Fall würde sich nämlich die Miete letztlich nur in der Kalkulation des Logistik-Dienstleisters niederschlagen und die Kosten für den Auftraggeber erhöhen.

Daher ist es empfehlenswert, die beiderseitigen Interessen der Parteien im Einzelfall zu prüfen und diese in einem individuellen Vertrag widerzuspiegeln.